Was ist ein Indigo-Schal „Lai Nam Lai“?
„Lai Nam Lai“ heißt auf Thai ungefähr „Muster des fließenden Wassers“. Der Name beschreibt das Bild genau: Über das Blau laufen feine, helle Querstreifen, die immer wieder unterbrochen sind. So entsteht der Eindruck von Wasser, das über Steine fließt. Die Fransen sind kurz und unaufdringlich, sodass der Schal schlicht bleibt.
Dieser Schal ist breit, fast eine Stola. Das Blau ist ein mittleres Indigo, zu den Rändern hin wird es dunkler. An den Enden sitzen kurze Fransen. Der Schal wirkt ruhig und tief, mit gerade so viel Bewegung, dass er nicht langweilig wird.
Woher kommt der Indigo-Schal?
Der Schal kommt aus der Provinz Sakon Nakhon im Isan, dem Nordosten Thailands. Sakon Nakhon ist im ganzen Land für Indigo bekannt, auf Thai „Khram“. In vielen Dörfern wird dort gefärbt und gewebt.
Wir nennen bewusst keine Werkstatt und erfinden keine Geschichte. Was wir sagen können: Laut Werkstatt ist der Schal von Hand gewebt und mit Indigo gefärbt. Wir prüfen ihn in Thailand selbst, bevor er zu dir geht.
Wie entsteht das Wasserlauf-Muster?
Laut Werkstatt wird für dieses Muster abgebunden und gefärbt. Dabei werden Teile des Garns oder Stoffs vor dem Färben abgebunden. Diese Stellen nehmen kein Indigo an und bleiben hell. So entstehen die feinen Linien, die beim Weben zu unterbrochenen Streifen werden.
Indigo selbst färbt nicht in einem Bad. Das Garn wird mehrmals getaucht und an der Luft gelüftet. Erst mit jeder Runde wird das Blau tiefer. Danach wird gewebt. Die kleinen Unregelmäßigkeiten in den Streifen sind gewollt. Sie machen das Wasser lebendig. Weil jedes Abbinden von Hand geschieht, verläuft jede Linie ein wenig anders.
Aus welcher Faser ist der Indigo-Schal?
Die Werkstatt beschreibt den Schal als handgewebt und indigogefärbt, nennt die Faser aber nicht ausdrücklich. Wir bestätigen sie dir deshalb vor dem Versand. Auch die genauen Maße gibt die Werkstatt nicht an. Wir messen den Schal und sagen sie dir vor dem Versand.
Wir finden: Du sollst genau wissen, was du kaufst. Darum versprechen wir nichts, was wir nicht belegen können.
Wie trägst du einen breiten Indigo-Schal?
Ein breiter Schal ist vielseitig. Du kannst ihn locker um den Hals wickeln, als Stola über die Schultern legen oder an kühlen Abenden wie ein leichtes Tuch tragen. Im Flugzeug oder Zug wird er zur kleinen Decke. Und im Sommer schützt er die Schultern vor Sonne und kühlem Wind.
Indigo passt zu fast allem: zu Weiß, Grau, Beige, Schwarz und ganz besonders zu Jeans. Er wirkt lässig und gleichzeitig hochwertig. Damit ist er ein Schal für jeden Tag, nicht nur für besondere Anlässe.
Was macht Indigo aus dem Isan besonders?
Indigo ist einer der ältesten Farbstoffe der Welt. In Sakon Nakhon hat das Färben eine lange Tradition, und das Wissen wird in den Familien weitergegeben. Viele Muster tragen eigene Namen, wie hier „Lai Nam Lai“.
Typisch für Indigo ist, dass sich die Farbe mit der Zeit leicht verändert. Das Blau wird mit dem Tragen etwas weicher, ähnlich wie bei einer guten Jeans. So wird dein Schal mit den Jahren immer mehr zu deinem eigenen. Wer einmal Indigo trägt, erkennt die Farbe überall wieder: an alten Stoffen, an Arbeitskleidung und an Jeans.
Wie pflegst du einen Indigo-Schal richtig?
Indigo kann anfangs etwas abfärben. Wasche den Schal deshalb separat und kalt von Hand, mit einem milden Waschmittel ohne Bleiche. Nicht einweichen und nicht auswringen.
Zieh ihn nach dem Waschen in Form und lass ihn im Schatten trocknen. Starke Sonne kann das Blau mit der Zeit blasser machen. Trage ihn in den ersten Wochen nicht feucht auf sehr heller Kleidung. Gefaltet in einer Schublade oder locker gerollt ist er am besten aufgehoben. So bleiben die Fransen in Form und das Blau gleichmäßig.
Warum ist jeder Indigo-Schal ein Einzelstück?
Indigo nimmt nie ganz gleichmäßig auf, und jedes Abbinden ist ein wenig anders. Darum hat jeder Schal seinen eigenen Wasserlauf. Dein Schal kann leicht vom Foto abweichen.
Bei Messefund suchen wir Dinge mit Herkunft. Der Indigo-Schal „Lai Nam Lai“ aus Sakon Nakhon bringt ein Stück Isan-Blau zu dir.




